Wikileaks-Server sind seit einiger Zeit durch DOS-Attacken betroffen, mit dem Ergebniss, daß der DNS-Eintrag für die Domänen entfernt wurde von EveryDNS.

Die sehen sich angeblich nicht mehr in der Lage diesen Attacken stand zu halten. Somit ist die offizielle Wikileaks-Seite nur noch über wikileaks.ch (Domaininhaber ist die Schweizer Piratenpartei) erreichbar. Nebenbei hat der online-Bezahldienst Paypal, eine Tochter von ebay, die Spendenkonten Wikileaks eingefroren!

Um die weitere Verfügbarkeit der Inhalte zu gewährleisten, hat Wikileaks aufgerufen die „geleakten“ Dokumente auf anderen webservern zu spiegeln. Hier geht es zur Anleitung zum Massen-Spiegeln. Es gibt aber auch die Möglichkeit die Dokumente als *.torrent Datei zu verteilen, bspw. über die Piratebay.org.
Auf Amazons Elastic Cloud Service, einem flexiblen web-hosting-system, wurde Wikileaks der webspace entzogen mit Verweis auf die Nutzungsbestimmungen, andere Dienste, wie die Daten-Visualisierungs-Software Tableau, haben auch Wikileaks der Tür verwiesen. Als Grund wird der Aufruf des Vorsitzendens des us-amerik. Heimatschutzministeriums Joe Lieberman Wikileaks die virtuelle Grundlage zu entziehen:

The company’s decision to cut off Wikileaks now is the right decision and should set the standard for other companies Wikileaks is using to distribute its illegally seized material. I call on any other company or organization that is hosting Wikileaks to immediately terminate its relationship with them.

Übrigens hat Wikileaks Assange sich im November bemüht, die Dokumente durch die US-Regierung auf mögliche Personengefährdung hin prüfen zu lassen. Das Departement of State hat abgelehnt:

We will not engage in a negotiation regarding the further release or dissemination of illegally obtained U.S. Government classified materials

Währenddessen sieht sich Wikileaks-Gründer Assange, nun einem europäischen Haftbefehl ausgesetzt. Wieder einmal wegen Vergewaltigung. Zwar hatte die zuständige schwedische Staatsanwaltschaft die Anklage im August nach einem Tag fallengelassen, zumal die „Opfer“ öffentlich über Twitter und via SMS damit geprahlt haben, jedoch wurde dieser Vorwurf seit dem Erscheinen der diplomatischen Korrespondenz erneut aufgenommen. Obwohl die Staatsanwaltschaft bestätigt hat, daß die Einwilligung der Frauen zum Sex mit Assange im Vorfeld bestand und diese beiden „Opfer“ sogar noch am Tag darauf zu dessen Vortrag gingen, gibt es noch weitere Zweifel an der Legitimität der erhobenen Vorwürfe, neben nachweislichen CIA-Kontakten zumindest von einer der Frauen, die Frauen haben sich erst eine Woche nach der Tat ratsuchend an die Polizei gewandt – ein juristischer Kniff, um nicht wegen Falschaussage belangt werden zu können. Mehr dazu hier.

Zusammenfassend kann man sagen, daß sich das Netz um Wikileaks enger zieht – die Gemeinde jedoch engagiert ist, die bekannteste Whistleblower-Plattform erreichbar zu halten und dessen Arbeitsfähigkeit aufrecht zu erhalten.

Datenschutz und Informationsfreiheit sind zwei Seiten einer Medaille. Die Aufdeckung von Staatsterrorismus und anderen ungesetzlichen und unmoralischen Machenschaften durch Whistleblower ist durch unser Grundgesetz gedeckt und erwünscht, es nennt sich Pressefreiheit und schützt uns vor Totalitarismus.